NORGIN

Mit Liebe zum Detail und echter Handwerkskunst haben es Birthe und Dirk Vowinkel geschafft: Ihr NORGIN wurde bei den World Gin Awards 2020 zum besten London Dry Gin Deutschlands gekürt. Weltweit landete er unter den Besten 5. Sein außergewöhnliches Flaschendesign veranschaulicht, wofür er steht: Strandspaziergänge und Gin-Leidenschaft.

„The northern coast in a bottle“

Die Idee, einen eigenen Gin herzustellen, kam beim Spaziergang am Meer mit Hund Piotr. „Wir stellten uns die Frage, wie es wohl wäre, aus den besonderen Pflanzen des Wattenmeeres einen eigenen Gin zu machen“, erinnert sich Dirk Vowinkel. Schnell fielen ihm und seiner Frau der Queller auf. Zart und doch widerstandsfähig, trotzte er in den Salzwiesen rauen Meeresbrisen und Salzwasser-Überspülungen. Von der Idee und der Herstellung des Gins bis zum Verkauf der ersten Flasche, dauerte es jedoch noch weitere 16 Monate. Unterstützt wurde das Ehepaar von Anfang an von Birthe Vowinkels Schwester und Schwager sowie Sohn Daryn. Um den Internetauftritt kümmere sich Jana Kucharczyk. „Wir haben ein tolles Team“, betonen die Gin-Liebhaber, die sich zu Beginn des Projekts „NORGIN“ eine eigene Brennanlage anschafften und unentwegt an der perfekten Rezeptur tüftelten. Und perfekt bedeutete für die Vowinkels: Eine Mischung zu finden, die die unterschiedlichen Gegensätze der Nordsee miteinander vereint.

Der Queller – eine Blütenpflanze mitten im Watt

Wenn man an der Nordseeküste zuhause ist, verliert man sich gerne mal in der Unberührtheit der Natur. Hier treffen endlos weite Salzwiesen und trockene Gräser auf kraftvolle Wellen, wärmende Sonnenstrahlen auf pfeifenden Wind und Blütenpflanzen auf salzigen Schlick. Unter ihnen, der Queller, der mit seinem Aussehen an einen grünen Mini-Kaktus erinnert. In seiner Blütezeit, von April bis Oktober, wird er zweimal täglich vom salzigen Meerwasser überspült. In dieser Zeit muss er einen besonders hohen Wassergehalt anreichern, der dafür sorgt, das störende Meeressalz zu verdünnen. Zum Ende der Vegetationszeit wird die Salzkonzentration dann aber doch zu hoch: Der Queller verfärbt sich braun bis rot und stirbt. Aber er ist trotzdem ein echter Überlebenskünstler: Seine Samen können die Wintermonate nämlich überleben und sogar bis zu 50 Jahre alt werden! Und nicht nur das: Den widrigen Überlebensbedingungen zum Trotz ist der Queller reich an Jod und anderen Nähr- und Mineralstoffen und gilt für Feinschmecker als echte Delikatesse. Dass die Salzwiesenpflanze etwas ganz Besonderes ist, haben auch die Vowinkels erkannt. Sie nahmen den Queller als spezielle Zutat mit zu einem Gin-Seminar. „Der Brennmeister beim Seminar sagte zu uns: Wenn ihr euren Gin nicht vermarktet, dann mache ich es. Das war das Schlüsselerlebnis. Danach wollten wir einen eigenen Gin auf den Markt bringen“, erzählt Dirk Vowinkel.

NORGIN ist wie…

„Wenn die Sonne verschlafen vom Himmel scheint und du das Salz auf der Zunge schmecken kannst, wenn das Wasser schon so weit zurückgegangen ist, dass du all die Pflanzen bemerkst, die trotz nasser Füße überleben und wenn die raue Urgewalt des Meeres dunkel spürbar wird und der Tag dennoch klar und friedlich bleibt“, so das Ehepaar Vowinkel. Um das Nordsee-Gefühl in eine Flasche zu bekommen, schmeckte es u.a. 18 fein aufeinander abgestimmte Botanical ab, wie zum Beispiel Kardamon, Angelikawurzel, Sternanis und Wacholder. Besonders Letztere würden für den fein würzigen Geruch von NORGIN sorgen. Aber auch der Geschmack habe es in sich, so Birthe Vowinkel: „Im ersten Moment spürt man eine angenehme Schärfe, umhüllt von floralen Noten. Besondere Feinschmecker werden auch einen leichten Hauch von Zitrus entdecken, der weich und geschmeidig im Nachhall, Lust auf Me(h)er machen soll.“ Dieses Meeres-Feeling werde besonders durch das salzige Aroma des Trieb-Quellers verstärkt, auf den man beißt, während der Schluck NORGIN noch im Mund verweilt.

Regional und handcrafted

Die hauseigene Brennanlage der Vowinkels läuft heute nur noch selten und nur, um mit neuen Rezepturen zu experimentieren. „2018 produzierten wir die ersten 500 Flaschen. Mittlerweile sind es mehrere Tausend Flaschen pro Auftrag“, erzählt Birte Vowinkel, die aufgrund der hohen Nachfrage ihren alten Job aufgab und sich seither Vollzeit mit NORGIN beschäftigt. Der Gin werde mittlerweile in der Schwechow Obstbrennerei in Mecklenburg-Vorpommern im Dampfinfusionsverfahren hergestellt, fortlaufend von Hand nummeriert und handcrafted. Ganz wichtig: Natürlich mit viel Liebe zur Natur, Liebe zum Detail und Liebe zum Handwerk!

Der perfekte NORGIN-Moment: Zwei Rezeptvorschläge

Ob experimentell, klassisch oder floral: NORGIN lässt sich individuell und vielseitig kombinieren.

Eine klassische Möglichkeit ist folgende:

  • 4 cl NORGIN
  • ca. 10-15 cl Tonic Water (deiner Wahl)
  • Eiswürfel
  • Optional: frischen Queller als Topping

Für den lauen Sommertag/-abend ist diese Variante zu empfehlen:

  • 4 cl NORGIN
  • 2cl Ingwersirup, beides verrühren
  • Eiswürfel
  • 100-150 ml trockener Prosecco
  • Optional: etwas Abrieb vom frischen Ingwer als Topping